Würmtal-Gemeinden entscheiden weise
Sanierung durch Erneuerung

Autor: Diana Klose, Steinzeug-Keramo GmbH

Seit 1960 verfügen die Würmtal-Gemeinden Gauting, Krailling, Planegg und Gräfelfing, an der südwestlichen Stadtgrenze von München gelegen, über eine zentrale Abwasserbeseitigung. Gebaut hat sie der Würmtal-Zweckverband und damit die zunehmende Verschlechterung der Gewässerqualität der Würm gestoppt. Zur Ableitung des Abwassers betreibt der Verband heute ein Kanalnetz über ein Trennsystem mit einer Gesamtlänge von rund 200 km sowie ca. 10.000 Grundstücksanschlüssen mit einer durchschnittlichen Anschlusslänge von ca. 5 m; rund 185 km des Netzes bestehen aus Steinzeugrohren.

Planegg erneuert 370 m Kanal und 28 Anschlüsse  

In der Gemeinde Planegg mit ihren rund 11.000 Einwohnern stand jetzt in der Bahnhofstraße die Sanierung der Schmutzwasserleitungen einschließlich der Grundstücksanschlüsse an. „Sanierung durch Erneuerung“ entschied der Würmtal-Zweckverband als Auftraggeber und Betreiber aus wirtschaftlichen Gründen: Der Neubau garantiert eine deutlich längere Nutzungsdauer als eine Sanierung und die freigelegte Trasse konnte auch für anstehende Arbeiten anderer Sparten genutzt werden. Der Planungszeitraum betrug vier Jahre, die Ausführungsplanung begann im Herbst 2013.  Die Wadle Bauunternehmung GmbH baute in 5 ½ Monaten rund 370 m Steinzeugrohre in den Nennweiten DN 250 und DN 300 sowie Grundstücksanschlüsse in der Bahnhofstraße ein. Um die Bauzeit möglichst kurz zu halten, wurden parallel dazu die Grundstücksanschlüsse überwiegend im Berstverfahren erneuert. Die Arbeiten erfolgten unter Aufrechterhaltung des Anlieger- und Lieferverkehrs, da die Bahnhofstraße die Haupteinkaufsstraße in Planegg ist.

Gräfelfing „zieht nach“

Ähnlich wie in Planegg stellt sich die Situation hinsichtlich der Abwasserbeseitigung in der rund 13.000 Einwohner zählenden Nachbargemeinde Gräfelfing dar: Auch Gräfelfing ist eine Würmtal-Gemeinde, deren Abwasserentsorgung der Würmtal-Zweckverband über sein Kanalnetz betreibt, und auch in Gräfelfing stand die Sanierung der Schmutzwasserleitung in gleich drei Straßen an. „Sanierung durch Erneuerung“ entschied man auch hier, allerdings auch, um durch den Neubau gleichzeitig mit einer Querschnittsvergrößerung der Leitung die Hydraulik zu verbessern. Die Planung erfolgte in 2011/2012, die Ausführung wurde jedoch aufgrund von Überschneidungen mit anderen Baumaßnahmen und damit verbundener Verkehrsführung in das Jahr 2014 verlegt.Die Richard Schulz Tiefbau GmbH & Co. KG baute in 3 ½ Monaten rund 370 m Steinzeugrohre in den Nennweiten DN 200 bis DN 400 in der Pasinger- und Immelmannstraße sowie in der Drosselgasse ein. Die Arbeiten erfolgten auch hier unter Aufrechterhaltung des Verkehrs – eine besondere Herausforderung, da die Pasinger Straße als Autobahnzubringer und Bedarfsumleitung für die Autobahn sehr stark frequentiert ist. Die Unterquerung der nahe gelegenenen Würm erforderte den Einbau der Rohre bis zu einer Tiefe von 5 m.

Werterhaltung für beide

Die „Sanierung durch Erneuerung“ ist in beiden Fällen eine weise Entscheidung, denn sie ist zum einen eine Entscheidung weit in die Zukunft und zum anderen gut, um die Vermögenswerte des Zweckverbandes zu erhalten: Die Nutzungsdauer ist nicht unbestimmt wie bei einer typischen Sanierung, sondern wieder generationenübergreifend – eben neu! 

 

 
 

Planegg Auftraggeber und Planung: Würmtal-Zweckverband, Planegg | Bauausführung: Wadle Bauunternehmung GmbH, Altheim/Landshut | Baustofffachhändler: BayWa AG, Straubing

Gräfelfing Auftraggeber und Planung: Würmtal-Zweckverband, Planegg | Bauausführung: Richard Schulz Tiefbau GmbH & Co. KG, Neuburg a. d. Donau | Baustofffachhändler: BayWa AG, Augsburg

 

Weitere Berichte