STADT ÖHRINGEN ERSCHLIESST DEN LIMESPARK
2. BAUABSCHNITT: 1.500 M STEINZEUG- ROHRE DN 300

Autor: Horst Dratsdrummer, Steinzeug-Keramo GmbH

Mit nahezu 23.000 Einwohnern ist Öhringen die größte Stadt im Hohenlohekreis, dem Land der Burgen und Schlösser zwischen Schwaben und Franken. Ihre Wurzeln reichen mit dem „Vicus Aurelianus“ direkt am Limes, dem längsten Bodendenkmal Europas, bis in die Römerzeit zurück. Ob Römersiedlung, ehemalige Residenz, Oberamtsstadt, Kreissitz oder Große Kreisstadt, in allen Epochen hatte die Stadt an der Ohrn eine herausragende Stellung. Nach dem berühmten römischen Grenzwall hat Öhringen auch ein großes neues Wohngebiet benannt: den Limespark. Hier werden auf 105 ha Zug um Zug Bauabschnitte erschlossen, „die wegweisend für die zukünftige Entwicklung des Wohnstandortes Öhringen sind“.

Das Baufeld B ist am Start

Pünktlich nach Plan begannen mit Jahresbeginn die Erschließungsarbeiten im ‚Limespark – Baufeld B‘. Auf einem Areal von rund 6,7 ha entstehen hier 34 ein- und zweigeschossige Einfamilienhäuser sowie 28 Mehrfamilienhäuser in zwei- und dreigeschossiger Bauweise, für die zunächst die Errichtung der unterirdischen Infrastruktur notwendig ist.

Aufschütten, tief einbauen und Kurven legen

Der Bau des Kanalisationsnetzes erfolgt nach der Planung durch die Weber-Ingenieure GmbH mit einer so genannten „inneren- und einer äußeren Erschließung“; der Startschuss dafür fiel im Februar. Da sich das gesamte Baugebiet im Bereich des Grundwassers befindet, wurden die zu bebauenden Grundstücke im Vorfeld auf bis zu drei Metern Höhe aufgeschüttet, das anfallende Regen-wasser in ein Rückhaltebecken geleitet. Für den Einbau der Abwasserrohre ergaben sich deshalb Tiefenlagen zwischen 3 m und 6 m. Eine Besonderheit stellten noch die leicht abknickenden Straßenverläufe dar, die normalerweise zu einem Richtungswechsel innerhalb des Kanals zwingen und damit zum je-weiligen Setzen eines Schachtes. Um diesen Mehraufwand zu vermeiden und damit Kosten zu sparen, entschieden sich die Verantwortlichen für den Einbau mehrerer langgezogener Bögen.

Innere und äußere Erschließung

Die „äußere Erschließung“ erfolgte mit dem Bau eines ca. 400 m langen Steinzeugrohrkanals in der Nennweite DN 300, die derzeit im Bau befindliche „innere Erschließung“ umfasst einen rund 1.100 m Kanal mit Steinzeugrohren der gleichen Nennweite.Im Dezember diesen Jahres sollen die Kanalbauarbeiten abgeschlossen sein. Die dafür kalkulierten Kosten von ca. 3 Mio. € werden aus laufenden Mitteln finanziert, für die Abschreibung hat die Stadt Öhringen 60 Jahre angesetzt. Dass dieser Zeitraum nach oben noch viel Luft hat, weiß man dort, denn auf Steinzeug-rohre vertraut man seit eh und je.

 

Auftraggeber: Stadt Öhringen | Planung: Weber-Ingenieure GmbH, Pforzheim | Bauausführung: Schneider GmbH & Co. KG, Öhringen, Leonhard Weiss GmbH & Co.KG, Bad Mergentheim

 

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