1.200 M VORTRIEB MIT STEINZEUGROHREN
DN 800 IN BADEN-BADEN

Autor: Horst Dratsdrummer und Christel Flittner, Steinzeug-Keramo GmbH

Im Baden-Badener Stadtteil Oos wurde ein Schmutzwasserkanal entlang des Gewerbegebiets Oos-West als Ersatz für eine vorhandene, in die Jahre gekommene Druckrohrleitung DN 450 gebaut. Der Bau erfolgte auf einer neuen Trasse, da die Druckleitung für die Erschließung des Gewerbegebietes ungünstig quer durch das Gebiet verlief. Beim Neubau entschied sich der Eigenbetrieb Umwelttechnik der Stadt Baden-Baden, keine Druckrohrleitung mehr einzubauen, sondern eine Freispiegelleitung. Aufgrund der besonderen Anforderungen hat man sich für die Verwendung von Steinzeugrohrsystemen entschieden.

Die Planung der Maßnahme übernahm die Wald+Corbe Infrastrukturplanung GmbH. Da die Baumaßnahme in einem für die Trinkwasserversorgung wichtigen Bereich und in der Heilquellenschutzzone der Stadt Baden-Baden liegt, war eine offene Wasserhaltung nicht möglich. Daher erfolgte der Einbau der Rohre, die im Grundwasser liegen, im Vortrieb, und nur ein kleinerer Abschnitt oberhalb des Grundwasserspiegels wurde in offener Bauweise hergestellt. Für beide Abschnitte wurden durchgehend Steinzeugrohre in einer Nennweite von DN 800 verwendet.

Der Startschuss für die Baumaßnahme erfolgte im September 2013.

 
 

Nachfolgende Bauleistungen wurden erbracht

Herstellung der Absenkschächte

  • 4 Stück mit einem Durchmesser von 2.600 mm
  • 5 Stück mit einem Durchmesser von 3.200 mm

Einbau der Rohre

  • 1.200 m Rohrvortrieb DN 800
  • 270 m offene Bauweise DN 800

Einbau eines Pumpenschachtes

  • Durchmesser von 3.200 m in einer Tiefe von 11,65 m

Die Rohrvortriebsarbeiten wurden im 24-Stunden-Betrieb mit einer MTS 1000 mit Spülförderung durchgeführt. Die maximal erreichte aufgefahrene erforderliche Presskraft betrug 130 t, die durchschnittlich erreichte Vortriebsleistung lag bei 38 m pro Tag. Der Vortrieb begann mit vier Haltungen über ca. 600 m in weichen Tonen, wobei eine Hochdruckspülung zum Einsatz kam. Die Haltungen 5 bis 8 (ebenfalls über ca. 600 m) wurden in feinsandigen bis grobkiesigen Böden (Steine mit 0,30 m Kantenlänge) vorgetrieben. Aufgrund der vielen aufzufahrenden Kiese und Steine waren die Herausforderungen an Maschine und Gerät sehr hoch. Der Vortrieb konnte aber ohne nennenswerte Probleme durchgeführt werden. Nur das Schneidrad musste nach jeder Haltung überarbeitet werden, da die Steine hier ihre Wirkung hinterlassen hatten. Die Haltungslängen liegen zwischen 150 m und 160 m.

Seit April 2014 steht die neue Schmutzwasserleitung.

 

Auftraggeber: Eigenbetrieb Umwelttechnik, Stadt Baden-Baden | Planung: Wald+Corbe Infrastrukturplanung GmbH, Hügelsheim | Bauausführung: TWB Tief- und Wasserbau GmbH, Lübbenau/OT Boblitz | Baustofffachhändler: Weiss GmbH Tief- und Straßenbau, Baden-Baden

 

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