Entwickelt – gebaut – getestet

Dehnerstation im erfolgreichen Ersteinsatz mit DN 1200

Für die Erneuerung einer Schmutzwasserableitung zum Abwasserpumpwerk Biesdorf I im Berliner Stadtteil Marzahn-Hellersdorf beauftragten die Berliner Wasserbetriebe als Bauherr und Planer das Ingenieurbüro Geo Modenbach, die entsprechenden Baugrund- und Gründungsverhältnisse zu begutachten. An der vorhandenen Leitung zeigten sich im Bereich unmittelbar vor der Pumpstation so große Schäden, dass die erforderliche Erneuerung auch gleichzeitig genutzt wurde, um die Leitung, die ein Privatgrundstück querte, ins Straßenland zu verlegen.

Untergrund und Grundwasserstand entscheiden Die Untergrundverhältnisse stellten sich zusammengefasst wie folgt dar: die obersten 0,3 bis 0,5 m bestehen aus humosem Oberboden und Torf (Bodenklassen 1/2, Bodengruppen OH, HZ) bis in 9 m unter Geländeoberkante lagern die üblichen Sande des Berliner Urstromtals mit überwiegend Sanden der Bodenklasse 3 mit den Bodengruppen SE und SU. Die aktuelle hydrologische Situation lieferte folgendes Bild: Grundwasser wurde in Tiefen von 2,75 bis 3,2 m angetroffen, eine Nachmessung ergab an verschiedenen Pegeln einen Wasserspiegel bei ca. 2,0 bis 2,5 m unter GOK. Das entspricht 34,4 bis 34,9 m NHN, also in etwa der Lage der geplanten Kanalsohle bei ca. 33,15 m NHN.
Aufgrund dieser Baugrundsituation von Sand und hohem Grundwasserstand fiel die Entscheidung für die Errichtung der Leitung im unterirdischen Rohrvortrieb und zwar mit Steinzeug-Vortriebsrohren DN 1200; für den Bau im offenen Graben wäre eine relativ Kosten aufwendige Wasserhaltung erforderlich geworden.

Dehnerstation „unter Druck“

Das Bauprojekt „Grabensprung“ in Berlin-Marzahn erwies sich als besonders geeignet, um erstmals die von der Steinzeug-Keramo GmbH entwickelte und gebaute Dehnerstation (auf der IFAT 2012 vorgestellt) unter realen Bedingungen zu testen. Mit Zustimmung des Bauherrn und dem ausführenden Rohrvortriebsunternehmen, der Braumann-Tiefbau GmbH, Wilsdruff-Herzogswalde, wurden mit der Vollschnitttechnik (AVN 1200, Herrenknecht) Steinzeug-Vortriebsrohre DN 1200 mit einer Haltung von 154 m Länge bei 0,08 % Steigung gepresst. Die Dehnerstation wurde dabei mehrmals aktiviert. Eine zweite Haltung von 65 m Länge, 0,08 % Gefälle (ebenfalls Steinzeug-Vortriebsrohre DN 1200) wurde ohne den Einsatz der Dehnerstation gepresst.

Testziel erreicht

Der Vortrieb der beiden Haltungen erfolgte aus einer Doppelpressgrube (Spundwandverbau mit HDI im Ausfahrbereich) bei sandigem Boden und einem Grundwasserstand an der Oberkante des Rohrscheitels. Die Zielgruben waren mit einem Spundwandverbau mit HDI im Einfahrbereich ausgestattet.
Auch wenn bei einer 154 m langen Haltung der Einsatz einer Dehnerstation mit mehrfacher Aktivierung des Dehners nicht erforderlich ist, leistete sie bei ihrem Ersteinsatz auf der Probestrecke volle Arbeit und erreichte mit Erfolg ihr Testziel 'Dichtigkeit' und 'Baustellentauglichkeit'.

Kontakt
Steinzeug-Keramo GmbH, Frechen
www.steinzeug-keramo.com

Projekt
Rohrvortrieb DN 1200, Berlin-Marzahn

Bauherr und Planung
Berliner Wasserbetriebe, Berlin
www.berliner-wasserbetriebe.de

Rohrvortrieb
Braumann-Tiefbau GmbH – Spezialtiefbauarbeiten –
Wilsdruff-Herzogswalde
www.braumann-tiefbau.eu

Startgrube für den Rohrvortrieb Objekt „Berlin-Marzahn Grabensprung“
Startgrube für den Rohrvortrieb Objekt „Berlin-Marzahn Grabensprung“
Equipment der Dehnerstation
Equipment der Dehnerstation
Einsatz der Dehnerstation im Objekt „Berlin-Marzahn Grabensprung
Einsatz der Dehnerstation im Objekt „Berlin-Marzahn Grabensprung
Blick in die gesamte Haltung (154 m Steinzeug-Vortriebsrohre)
Blick in die gesamte Haltung (154 m Steinzeug-Vortriebsrohre)