Wienerberger AG erwirbt die Steinzeug-Keramo-Gruppe

Mit neuen Strukturen und Investitionen gestärkt in die Zukunft

Die Wienerberger AG, weltweit größter Hersteller von Ziegeln und Nummer 1 bei Tondachziegel in Europa sowie Marktführer bei Betonsteinen in Zentral-Osteuropa, hat am 20. Oktober 2010 eine Vereinbarung zum Kauf der Steinzeug-Keramo Gruppe unterzeichnet. Wienerberger übernimmt mit einem Kaufpreis von 34 Mio. € inklusive Schulden 100 Prozent des Unternehmens von der ANC Vermögensverwaltung GmbH, einer Tochter der ANC Privatstiftung.

Erweiterung des Kerngeschäftes

Für die Wienerberger AG hat dieser Schritt eine ganz klare strategische Bedeutung. Ihr Vorstandsvorsitzender, Heimo Scheuch, erläutert die Beweggründe für die Unterzeichnung u.a. so: „Nach Abschluss der Restrukturierung wollen wir wieder dort Schritte setzen, wo wir eine sinnvolle Ergänzung zu unserem bestehenden Produktportfolio sowie eine Möglichkeit zur weiteren Verbreiterung unseres Kerngeschäftes sehen.“ Im Kauf der Steinzeug-Keramo-Gruppe sieht Scheuch eine strategische Erweiterung des Geschäftsfeldes „Rohrsysteme“ mit qualitativ äußerst hochwertigen Produkten für die Infrastruktur. Steinzeug-Keramo-Geschäftsführer Gernot Schöbitz wertet diese strategische Erweiterung zu Recht „als Bestätigung unserer Einschätzung des Marktes für Abwassersysteme als nachhaltiges, ökologisch wichtiges und ökonomisch attraktives Geschäftsfeld“.

Heimo Scheuch sieht im Geschäftsbereich Rohrsysteme natürlich auch ein großes Potenzial: „In vielen Märkten Westeuropas besteht ein großer Sanierungsbedarf, weite Teile Osteuropas müssen hingegen berhaupt erst erschlossen werden. Die Anschlussquoten in diesen Ländern bewegen sich zum Teil zwischen 30 und 40 Prozent. ier gibt es einen enormen Aufholbedarf – eine Lücke, die nicht nur die Regierungen der Nationalstaaten, sondern auch die uropäische Union in den nächsten Jahren schließen möchte. Darüber hinaus bestehen auch außerhalb Europas Wachstumsmöglichkeiten“.

Gestärkt durch Restrukturierung

Mit Restrukturierungsmaßnahmen, die in der Steinzeug-Keramo-Gruppe in der zweiten Jahreshälfte 2009 im Bereich des Kapazitätsmanagements, der Verwaltung und der Neuorganisation des Vertriebs eingeleitet wurden, hat sich das Unternehmen für künftige Marktverhältnisse gut aufgestellt und an Attraktivität deutlich gewonnen. Die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, die selbstverständlich auch die Tiefbau-Branche, respektive die Kanalbaubranche getroffen hatte, haben das Restrukturierungsprojekt erforderlich gemacht.

Global Player gibt’s auch in „Grün“

Nach wie vor ist Steinzeug-Keramo weltweit operierender Marktführer und Europas größter Hersteller von Steinzeugrohren und Formstücken für die Abwasserentsorgung mit zwei Produktionsstandorten in Deutschland (Frechen/Köln und Bad Schmiedeberg/Leipzig) und einem in Belgien (Hasselt). Als Unternehmen mit langjähriger Erfahrung und Kompetenz in Steinzeugrohrsystemen für die Abwasserentsorgung werden die hohe Qualität der langlebigen Produkte, die kontinuierliche Marktbearbeitung sowie die Nähe zum Kunden groß geschrieben.

Das Sortiment der Steinzeugrohre umfasst Steinzeug-Muffenrohre in den Größen DN 100 bis DN 1400 inklusive Formteile und Zubehör sowie Steinzeug-Vortriebsrohre in den Nennweiten DN 150 bis DN 1400.

Sicherheit und Zuverlässigkeit bei der Entsorgung von Abwässern zu gewährleisten ist das oberste Ziel des Unternehmens. Ganz klar werden deshalb nur Steinzeugrohre und -zubehör von erstklassiger Qualität produziert. Dabei sind die Anforderungen, die an umweltgerechte und nachhaltige Produkte gestellt werden, von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung und den Einbau bis hin zum Recycling, in vollem Umfang erfüllt. Permanente Qualitätskontrollen nach nationalen und internationalen Normen sind selbstverständlich; die Zertifizierung mit dem DINplus-Kennzeichen garantiert höchste Qualität.

Investitionen für Entwicklung und Stärke

Im Sinne einer größtmöglichen Spezialisierung und in Hinblick auf eine effiziente Aufteilung wurde die Herstellung der Produkte im Rahmen der Restrukturierung zwischen den drei Produktionsstandorten neu definiert. Zur Wahrung und Festigung der Kundennähe, auf die das Unternehmen großen Wert legt, erfolgt die Vertriebsabwicklung auch in Zukunft über die Vertriebsinnendienste in Frechen/Köln und Hasselt sowie über die eigenen Vertriebsbüros in Polen und Tschechien.

Parallel zur Restrukturierung hat die Steinzeug-Keramo-Gruppe für die Sicherstellung einer nachhaltigen Entwicklung und zur Stärkung des gesamten Unternehmens wesentliche Investitionen getätigt und Maßnahmen umgesetzt. Im Einzelnen sind dies:

  • Die Investition in eine hochmoderne Schleifanlage im Werk Bad Schmiedeberg als Basis für die Einführung der neuen CeraLong S-Rohre DN 200 N/H und DN 250 N/H auf der internationalen Umwelt-Technik-Messe IFAT im September 2010.
  • Die abschließenden Investitionen in eine Fräsanlage für Groß- und Vortriebsrohre am Standort Frechen/Köln.
  • Die Akquisition der Società del Gres (ehem. zur Italcementi-Group gehörend) als Grundstein für einen nachhaltigen Aufbau des italienischen Marktes, der mittelfristig enormes Potenzial erwarten lässt.
  • Die verstärkte strukturierte Bearbeitung von Entwicklungsmärkten (z.B. Ungarn, Rumänien, Slowakei, Ukraine). Die ersten Erfolge bzw. Aufträge konnten bereits akquiriert werden und bestätigen somit die gewählte Strategie.

Für die Zukunft alles getan

Steinzeug-Keramo hat – und mit der Akquisition natürlich auch die Wienerberger AG - sehr gute Gründe, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken: Seit etwa Mitte des Jahres zieht die Konjunktur in Deutschland spürbar an, die Entwicklung der neuen Märkte in Osteuropa ist erfreulich gut gestartet. Nicht zuletzt stehen mit den positiven Ergebnissen aus den Restrukturierungsmaßnahmen sowie den Investitionen in die Produktionsanlagen und in die neuen Produkte die Zeichen auf Grün.