Steinzeug – wirtschaftliche Alternative
Mischwasserkanal für die Zukunft

Rolf Ostmeier, Redeker GmbH
Franz Römer, Steinzeug-Keramo GmbH

Im Februar 2013 hat das Ingenieurbüro Redeker die Ausführungsplanung des 2. Bauabschnitts eines großen Fremdwasserschwerpunktgebiets der Stadt Detmold vorgenommen. Nach dieser Planung galt es, in der Kernstadt neben einem Regen- auch einen Mischwasserkanal neu zu bauen. Zum einen reichte aus hydraulischen Gründen die Dimensionierung des vorhandenen Mischwasserkanals absolut nicht mehr aus, zum anderen hatte Korrosion den Betonrohren arg zugesetzt.

Klare Entscheidungen

Die Stadt Detmold hat im Rahmen der o.g. Gesamtmaßnahme auch den Neubau der Regen- und Mischwasserleitungen in einer Anliegerstraße in der Kernstadt veranlasst. Trotz beengter Verhältnisse – die Baufeldbreiten betrugen dort nur sechs bis acht Meter – erfolgte der Einbau in offener Bauweise, da die vielen vorhandenen Hausanschlüsse sowie der parallele Einbau der Regenwasserleitung ein unterirdisches Bauverfahren ausschlossen. Die vorhandene Beton-Abwasserleitung blieb während des Einbaus in Betrieb.
Als „wirtschaftlichste Alternative" entschieden sich die Verantwortlichen der Stadt für den Einsatz von Rohrsystemen aus Steinzeug.

Alles dabei: DN 150 bis DN 1200

Von Oktober 2013 bis August 2014 errichtete die Kögel Bau GmbH & Co. KG (neben dem Regenwasserkanal) den Mischwasserkanal in den Abschnitten:

  • 25 m mit Steinzeugrohren DN 300 bis 900
  • 240 m mit Steinzeugrohren DN 1000
  • 75 m Steinzeugrohren DN 1200, sowie
  • 430 m Anschlussleitungen mit Steinzeugrohren DN 150

Er liegt in einer Tiefe zwischen 3,00 m und 5,50 m in schluffigem Boden, teilweise auch in Boden der Klasse Z2 nach LAGA; Grundwasser ist dort nicht vorhanden. Bei der Übernahme der Grundstücksanschlussleitungen wurden Manschetten des Typs 2B DN 150 eingesetzt.
Die Bettung der Rohre erfolgte nach DIN EN 1610, Typ 1, die Druckprüfung haltungsweise mit Luft; Abschließend wurde noch eine Kamerabefahrung durchgeführt.

Die Kosten für den Regen- und Mischwasserkanal liegen bei ca. 1,6 Mio. Euro. Die Entscheidung für den Einsatz von Rohrsystemen aus Steinzeug als wirtschaftlichste Alternative für den Mischwasserkanal ist auch mitentscheidend für seine Finanzierung aus den laufenden Abwassergebühren.
Nicht jede Kommune kann diesen positiven Aspekt seinen Bürgern bieten.

Auftraggeber: Stadt Detmold | Planung: Ingenieurbüro für Bauwesen und Umwelttechnik Redeker GmbH, Detmold | Bauausführung: Kögel Bau GmbH & Co. KG, Bad Oeynhausen | Baustofffachhändler: H. Fretthold GmbH & Co. KG, Bünde

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