Hydraulische Erweiterung mit DN 1400
Einen Bogen gerade gerückt

Hans-Joachim Risto, Steinzeug-Keramo GmbH
Lutz Klutke, Ingenieurbüro Klutke GmbH
Jürgen Kregel, Berliner Wasserbetriebe (BWB)
Ulrike Schulze, Leitungs- und Tiefbaugesellschaft Seelow mbH

„Berlin-Friedenau, Überstau 7. BA Handjerystraße", ist ein Projekt, mit dessen Planung die Berliner Wasserbetriebe (BWB) die Ingenieurbüro Klutke GmbH beauftragt haben. Ein besonders anspruchsvoller Abschnitt ist die hydraulische Erweiterung eines bestehenden Mischwasserkanals durch Neubau mit Steinzeugrohren DN 1400 am Friedrich-Wilhelm-Platz.

Aber so „normal" sich dieses Projekt zunächst anhört, war es in seiner Ausführung dann doch nicht: Am nahe gelegenen Friedrich-Wilhelm-Platz sollte ein alter gemauerter Ei-Kanal, der vermutlich einem früheren bogenförmigen Straßenverlauf folgte, erneuert und dabei unter Berücksichtigung der aktuellen Platzgestaltung begradigt werden. Dafür war es erforderlich, den Kanalbetrieb während der gesamten Baumaßnahme aufrechtzuerhalten. Durch eine äußere Umleitung (Heberleitung), zwei Mal DN 600, die parallel zum Baufeld verlief, ist das dem bauausführenden Unternehmen, der Leitungs- und Tiefbaugesellschaft Seelow mbH, trotz verschiedener Besonderheiten und Herausforderungen gelungen.

Ungünstige Verhältnisse professionell gemeistert

Die eigentlichen Einbauarbeiten der Steinzeugrohre DN 1400 erfolgte in bindigem Material der Bodenklasse 4 außerhalb des Grundwassers mit der Rohrsohle in ca. 3 m unter GOK.
Diese nicht gerade besonders günstigen Baugrundverhältnisse erfordern nach Regelblatt 11 der BWB eine besondere Bettung der Rohre: „Bei ungünstigen Baugrundverhältnissen ist, unabhängig von der statischen Berechnung, eine Betonbettung vorzusehen, um Abwasserkanäle der Nennweiten ≥ DN 1200 sicher verlegen zu können". Diese Regelung hat sich in Berlin bewährt. Kanäle mit Nennweiten von DN 1200 und größer sind in einer Metropole wie Berlin nicht selten und Sicherheit und Langlebigkeit spielen selbstverständlich eine große Rolle.
Die Schächte in diesem Kanal sind durchweg als Sonderbauwerke mit Schachtanschlusselementen aus Steinzeug errichtet.

Allerdings gestalteten sich auch diese „normalen" Einbauarbeiten nicht ohne Besonderheiten: Die Platzverhältnisse zwischen Bundesstraße und Wohnbebauung waren beengt, die erforderliche Krantechnik für Rohre und Sonderschachtbauwerke verlangte aufwändige, organisatorische Lösungen.

Für Generationen „in Beton gegossen"

Sicherheit und Langlebigkeit bietet aber nicht nur die Betonbettung; Die chemischen, physikalischen und hydraulischen Eigenschaften des Rohrwerkstoffs Steinzeug sowie der qualitativ hochwertige Einbau durch einen Fachbetrieb, ergeben gemeinsam ein über
Generationen hinweg dauerhaftes, hochwertiges und funktionstüchtiges Bauwerk der Abwasserentsorgung. Davon profitiert auch die Umwelt – in einer Millionenstadt wie Berlin besonders kostbar.

Auftraggeber: Berliner Wasserbetriebe (BWB) | Planung: Ingenieurbüro Klutke GmbH, Berlin | Bauausführung: Leitungs- und Tiefbaugesellschaft Seelow mbH, Ahrensfelde | Baustofffachhändler: TFG Luhn & Ackermann KG, Teltow

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